F&T LaSiSe im Verbundprojekt mit der TU Dortmund zum autonomen Fahren

MoFFa – "Holistisches Modell zur Beschreibung der Aufgabenverteilung und der Aufgabenübergabe zwischen menschlichem Fahrer und Fahrerassistenzsystem beim automatisierten und vernetzten Fahren"

gefördert vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)

Das Forschungs- und Technologiezentrum Ladungssicherung Selm gGmbH hat zum 01.07.2017 ein neues Verbundprojekt gestartet. In Kooperation mit dem Lehrstuhl für Regelungssystemtechnik (RST) sowie dem Fachgebiet Techniksoziologie (TechSoZ) der Technischen Univeristät Dortmund wird das vom Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur geförderte Projekt bis 2020 bearbeitet.

Beim automatisierten Fahren ist die Mensch-Maschine-Interaktion bei der Übergabe und Übernahme von Fahraufgaben von menschlichem Fahrer (MF) an das Fahrerassistenzsystem (FAS) von zentraler Bedeutung. Je nach Automatisierungsstufe des Fahrzeugs (assistiert bis fahrerlos) entstehen in der Kommunikation zwischen MF und FAS zwangsläufig Übergabeszenarien, die einer konkreten Regelung bedürfen. Je nach Automatisierungsstufe müssen dabei nicht nur die eigentlichen Fahraufgaben (Längs- und Querführung) sondern auch die Übernahme dieser in bestimmten Situationen (Rückfallebene) von FAS und MF bewältigt werden.

Das holistische Modell soll als Basis für die Gestaltung eines Interaktionskonzepts von MF und FAS dienen, und problematische Konstellation erkennen. Letztendlich soll das holistische Modell in ein mathematisches Konzept überführt werden, welches die automatisierten Fahrfunktionen aus Sicht der Nutzertransparenz und der Erwartungskonformität beschreibt. Um dieses Ziel zu erreichen, bestimmt die Forschungsgruppe zunächst relevante Fahrertypen und leitet die Bedeutung dieser für das Modell ab. Über eine Probandenstudie im Fahrsimulator sowie einer Probandenstudie auf dem Freiluft-Forschungslabor der F&T LaSiSe wird das mathematische Modell letztendlich verifiziert.

Um sich über den aktuellen technologischen Stand der Technik zu informieren, hat die Forschungsgruppe in einem ersten Schritt aktuell verwendete Fahrerassistenzsysteme getestet. Dazu stellte die BMW Niederlassung Dortmund dem Team zwei Fahrzeuge zur Verfügung. Von Spurhalteassistent über den Adaptiven Abstandsregel-Tempomaten und das automatisierte Einparken wurden alle Funktionen ausgiebig getestet. Von den weitreichenden Assistenzsystemen konnten sich die Wissenschaftler der F&T LaSiSe gGmbH persönlich überzeugen. „Wo die Reise in Zukunft hingehen wird“, ließe sich aus den Erkenntnissen klar ableiten, so Björn Panhorst, Mess- und Versuchsingenieur aus dem Institut für Ladungssicherung.