Kleinigkeiten als Geschosse

heckablageMünchen, 20.10.2015. Beim Stichwort "Ladungssicherung" denken die meisten Autofahrer an Lastwagen oder Transporter, nicht an Pkw. Das hält der Automobilclub Kraftfahrer-Schutz (KS) für „schlimm“, denn viele Fahrer würden "sehr sorglos“ mit dem Thema Ladungssicherung umgehen. Das beginne bei Kleinigkeiten: So fliege zum Beispiel ein 500 Gramm schwerer Reiseat­las, der ungesichert auf der Heckablage liegt, bei einer Kolli­sion mit 50 Stundenkilometer mit 40-facher Erd­be­schleunigung durchs Auto. Das bedeute 20 Kilo Durchschlagskraft. Treffe er dabei Fahrer oder Beifahrer ins Genick, seien - neben den Unfallfolgen - weitere schwere Verletzungen möglich.


Dass die Sorge nicht unbegründet sei, so der Clubs KS, zeige ein Blick in parkende Autos. Hier sehe man häufig ungesicherte Gegenstände, "bei deren Anblick dem Fachmann angst und bange wird". Der KS rät da­her, die Ladung grundsätzlich zu sichern. Schließlich können auch bei einer Voll­bremsung oder in scharfen Kur­ven kritische Situatio­nen entstehen, wenn Kof­fer, Taschen oder Werkzeuge einfach so auf Rück­sitz oder Hutablage liegen. Der beste Platz für das Ge­päck sei an der Vorderwand des Kofferraums oder im Kom­bi di­rekt hinter der Rücksitzlehne. Auch Git­ter hinter den Sitzen ver­ringerten die Ge­fahr, dass Gepäck nach vorne schießt. Besonders sicher sei es, die Gegenstände mit Gum­mizügen, Gurt­bändern oder Schnüren an Streben, Ösen etc. zu befestigen. Crash-Tests hätten gezeigt, dass Getränkekisten, die ungesichert in der Mitte des Kofferraums oder im Kombi stehen, beim Aufprall derart nach vorn katapultiert werden, dass sie die Rücksitzlehne durchschlagen und ins Wageninnere eindringen.