F&T LaSiSe: Reibbeiwert ermittelt - Verladeanweisung erstellt

Damit Ladegüter unbeschädigt und sicher von A nach B kommen, müssen diese nach den aktuellen Regeln der Technik ausreichend gesichert werden. Aber was genau geschieht auf dem Transportweg mit der Ladung?

Bei allen Fahrsituationen im Straßenverkehr - wie zum Beispiel dem Beschleunigen, Abbremsen und bei Kurvenfahrten – wirken Beschleunigungen auf Fahrzeug, Ladung und Fahrer. In Fahrtrichtung wirken bspw. 0,8 g bei einer Vollbremsung auf die Ladung. Dies entspricht dem 0,8-fachen der Erdbeschleunigung. Entgegen der Fahrtrichtung und zu den Seiten sind es immerhin noch 0,5 g. Die durch die Beschleunigung entstehenden Kräfte verursachen Ladungsbewegungen und Verschiebungen. Die Ladungssicherung muss genau diesen Kräften entgegenwirken und einen Versatz der Ladung verhindern. Der Reibbeiwert ist dabei ein wichtiger Faktor und für die Ladungssicherung eine entscheidende Einflussgröße.

Aber was genau ist dieser Reibbeiwert? Er beschreibt das Verhältnis zwischen der Gewichtskraft eines Körpers und der Reibkraft, also der Kraft, die notwendig ist, um eine Masse über eine Oberfläche zu bewegen. Folglich ist der Reibbeiwert auch bei jeder Materialpaarung unterschiedlich und ist keine Konstante.  Je höher der Reibbeiwert ist desto mehr Kraft muss aufgewendet werden, um den Körper über eine Fläche zu bewegen. Für die Ladungssicherung kann man sich diesen Zusammenhang zunutze machen. Ein hoher Reibbeiwert führt unmittelbar dazu, dass die Ladungssicherung weniger Kräfte aufnehmen muss.

Um die Ladung also richtig zu sichern, ist es zwingend erforderlich den Reibbeiwert von Ladung in Kombination mit der Ladefläche zu kennen. Die Reibbeiwertmessung stellt dabei eine Möglichkeit dar, den Reibbeiwert von Ladung zur Ladefläche zu ermitteln. Die VDI-Richtlinie 2700 Blatt 14 gibt dabei genau vor, wie eine solche Messung zu erfolgen hat. Nur durch das exakte Befolgen dieser Anweisungen, können vergleichbare Werte ermittelt werden.

Das Forschungs- und Technologiezentrum Ladungssicherung hat es sich zum Ziel gesetzt, die Verkehrssicherheit, sowie den Arbeitsschutz insbesondere zum Thema Ladungssicherung zu erhöhen. Zu dem wissenschaftlichen Aufgabengebiet des Instituts für Ladungssicherung gehört neben fahrdynamischen Untersuchungen und Verladeanweisungen auch die Reibbeiwertermittlung.

Diese Prüfungen werden mittels einer Versuchseinrichtung mit Zugzylinder, Kraftmessdose und Messcomputer nach Vorgabe der VDI-Richtlinie 2700 Blatt 14 durchgeführt. Dabei wird der Reibbeiwert mit der zu prüfenden Ladung direkt auf dem entsprechenden Transportfahrzeug ermittelt und nicht wie sonst üblich einer Standardtabelle entnommen. Dies kann sowohl mittels eines mobilen Prüfaufbaus Vorort beim Kunden, als auch im Testzentrum, erfolgen.

Das Ergebnis ist ein wissenschaftlich ermittelter Reibbeiwert, welcher für die Dimensionierung der Ladungssicherungsmaßnahmen Voraussetzung ist. Der Verlader ist beim Transport seiner Güter stets für die ordnungsgemäße Ladungssicherung verantwortlich. Um dieser Pflicht nachzukommen, sollte auf Basis der ermittelten Werte eine individuelle Verladeanweisung erstellt werden.

Für Fragen und Anregungen rund um das Thema Reibbeiwertermittlung, Verladeanweisung, Ladungssicherung oder Logistik, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Wir unterstützen Sie gerne!


Ansprechpartner
Institut für Ladungssicherung: Björn Panhorst & Marc Weiß
    Tel.: 0 25 92/973 01 13, eMail: institut@lasise.de, F&T LaSiSe gGmbH